Dienstag, 22. September 2026

Niedersächsische Landesforsten setzen FSC-Zertifizierung um

Fünfjähriger Prozess startet in Pilotforstämtern

Niedersachsen startet in den Landesforsten die Zertifizierung nach dem Nachhaltigkeitssiegel FSC (Forest Stewardship Council). Die Zertifizierung im Landeswald soll im Rahmen eines auf fünf Jahre angelegten Pilotprozesses begonnen werden. Sie umfasst unter anderem Vorgaben zur Baumartenwahl, zu Erhalt und Entwicklung ökologisch wertvoller Habitatstrukturen, zum Bodenschutz bei Befahrung und Holzernte sowie zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Als Pilotregionen werden die beiden Forstämter Lauterberg (Landkreise Goslar und Göttingen) und Rotenburg (Landkreise Rotenburg, Heidekreis, Verden und Nienburg) der Niedersächsischen Landesforsten sowie der niedersächsische Teil des Nationalparks Harz nach den Standards des Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert.

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Forstministerin Miriam Staudte, Vorsitzende des Verwaltungsrates: „In den Niedersächsischen Landesforsten setzen wir schon jetzt eine nachhaltige und umweltgerechte Waldbewirtschaftung nach „LÖWE +“ um – nun wollen wir noch einen Schritt weiter gehen und mit einer FSC-Zertifizierung nachhaltige Bewirtschaftung auch nach außen sichtbarer machen. Mit dem Pilotprozess schaffen wir nun eine belastbare Grundlage, um die Auswirkungen und den besonderen Nutzen der Zertifizierung für die Landesforsten fundiert zu bewerten. Das FSC-Siegel erfreut sich großer Bekanntheit und großer Akzeptanz bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Daher ist die Nachfrage nach FSC-Holz auch bei verarbeitenden Firmen hoch. Wir wollen diese Nachfrage gern aus heimischen Wäldern bedienen.“

Mit dem Beschluss setzt der Verwaltungsrat eine Vereinbarung des Koalitionsvertrages der Niedersächsischen Landesregierung um, wonach die FSC-Zertifizierung in Niedersachsen unterstützt werden soll. Mit der Pilotierung der FSC-Zertifizierung setzt Niedersachsen einen Bewirtschaftungsstandard um, der in den Landesforstbetrieben einiger anderer Bundesländern bereits seit geraumer Zeit erfolgreich Anwendung findet. Darüber hinaus sind die Einhaltung dieser Anforderungen und ihre Umsetzung regelmäßig nachzuweisen und zu dokumentieren. Das Zertifizierungsverfahren gliedert sich in mehrere Schritte und startet in den kommenden Monaten. Zunächst wird aus den beiden Forstämtern Lauterberg und Rotenburg und dem niedersächsischen Nationalpark eine Zertifizierungsgruppe gebildet. Anschließend nimmt ein unabhängiges Zertifizierungsunternehmen die bisherige Bewirtschaftungspraxis auf. Werden dabei Anpassungsbedarfe im Hinblick auf die Anforderungen des FSC-Standards festgestellt, werden diese durch gezielte Schulungen der Beschäftigten und entsprechende Anpassungen der Abläufe umgesetzt.

Die wissenschaftliche Begleitung im Pilotzeitraum übernimmt die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) mit Blick auf forstwissenschaftliche Fragestellungen. Für sozialwissenschaftliche Themen und Aspekte des Arbeitsschutzes werden darüber hinaus weitere unabhängige Institutionen eingebunden. Im Fokus der Untersuchungen stehen insbesondere die Auswirkungen auf Naturschutz, Waldbewirtschaftung, Arbeitssicherheit, Holzvermarktung und betriebliche Abläufe. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Entscheidung über das weitere Vorgehen nach Abschluss des Pilotprozesses. Da das Projekt auch dazu dient, Erkenntnisse zu Auswirkungen auf die Arbeitsprozesse bei unterschiedlichen Bewirtschaftungsmethoden zu erhalten, soll der Pilotprozess in engem Austausch mit der Landesunfallkasse Niedersachsen und der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) begleitet werden.

Hintergrund

Die Einführung der FSC-Zertifizierung hat jetzt der Verwaltungsrat der Niedersächsischen Landesforsten (NLF) in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. FSC steht für „Forest Stewardship Council“, eine internationale Nonprofit-Organisation, die sich für nachhaltige, umweltgerechte und sozialverträgliche Waldbewirtschaftung einsetzt. Die FSC-Waldzertifizierung bestätigt, dass ein Forstbetrieb nach strengen ökologischen, sozialen und ökonomischen Standards bewirtschaftet wird, basierend auf den weltweit gültigen FSC-Prinzipien und -Kriterien. Die FSC-Zertifizierung umfasst unter anderem Vorgaben zur Baumartenwahl, zu Erhalt und Entwicklung ökologisch wertvoller Habitatstrukturen, zum Bodenschutz bei Befahrung und Holzernte sowie zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Darüber hinaus sind die Einhaltung dieser Anforderungen und ihre Umsetzung regelmäßig nachzuweisen und zu dokumentieren. Die Zertifikatsvergabe erfolgt nach einer erfolgreichen Prüfung durch unabhängige Dritte, die mindestens jährlich wiederholt wird.

Pressemitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vom 22. September 2026